Homeoffice für Anfänger: Ein ungelenker Spagat zwischen Businessfrau und Katzenmama

Einige Mitarbeiter*innen der Stadtwerke Jena Gruppe arbeiten aufgrund der Corona-Pandemie im unfreiwilligen Homeoffice. Wie es ihnen dabei geht und mit welchen Erwartungen, Problemen und ungewöhnlichen Situationen sie zusammen neben dem ganz normalen Arbeitsalltag in den Ring steigen müssen, lest ihr hier. 

aaaaaaaaaaasxybvn zzzzzzhju87iooo – nein, hierbei handelt es sich nicht um eine Geheimsprache, die ich mir während der Verbannung in meinen eigenen vier Wänden ausgedacht habe. Es ist meines Erachtens nach auch kein kesser Zauberspruch, der meine W-Lan-Verbindung stabiler machen könnte. (Glaubt mir…ich habe es ausprobiert) Meine hochsensiblen Fährtenleser-Fähigkeiten verraten mir, dass es sich hierbei schlicht und ergreifend um das Werk eines fünf Jahre alten Europäisch-Kurzhaar-Katers handelt, der genüsslich über die Tastatur meines Laptops gewandert ist.  

Indizien, die dafürsprechen: Das Katzenstreu, dass sich deutlich sichtbar zwischen die Tasten A und S verkrümelt hat und ein haariger Katzen-Popo, der frech auf meinem Mousepad thront. Von dem gleichgültigen Blick, den ich von ihm zugeworfen bekomme, als ich ihn frage, ob er jetzt für mich weiterarbeiten möchte, mal ganz zu schweigen. 

Diese Situation mit anschließendem Streitgespräch spielt sich etwa fünf bis sechs Mal am Tag ab. Sie entsteht immer dann, wenn ich es wage meinen Arbeitsplatz zu verlassen, um in die Küche zugehen und mir etwas zu trinken zu holen oder wenn ich das stille Örtchen aufsuche.  

Am Anfang war meine größte Sorge, dass ich mir eine neue Computermaus kaufen musste, weil meine alte pünktlich zum Homeoffice gestorben ist. Vielleicht war sie einfach alt, aber ich könnte mir auch vorstellen, dass mein Kater sie gekillt hat. Er steht nicht so auf Mäuse.

Zuckersüßer Teufel im Katzenpelz 

Man möchte meinen, dass ich nach mehreren Wochen Homeoffice das Spiel mit dem Kater (sein Name ist übrigens Mowgli) perfekt beherrschen würde. Doch dieser zuckersüße, kleine Teufel im Katzenpelz ändert fortwährend die Spielregeln. Und ich möchte hier ja niemandem etwas unterstellen, aber glaubt mir, er schummelt. 

Es ist keinesfalls so, dass er mich angreifen oder terrorisieren würde. Er fordert einfach immer und immer wieder meine volle Aufmerksamkeit und versucht mich gekonnt von meiner  Arbeit abzulenken.  

Seine Taktik: Starren und den richtigen Moment abpassen, um sich auf meinen Laptop und die Tastatur zu setzen/legen/stellen. 

Seine Waffen: Riesengroße braun-gelbe Kulleraugen und ein säuselndes Miau, dass einem das Herz schmälzen lässt 

Aber zurück zum Thema: Um diese Déjà-vu-ähnlichen Konfrontationen auf ein Minimum zu reduzieren, habe ich mir natürlich Gedanken um meine Verteidigung gemacht. Denn wir dürfen nicht vergessen, dass Homeoffice eine große Herausforderung darstellt und jede Menge Disziplin, Fokus und klare Grenzen erfordert. 

Vor- und Nachteile des Homeoffice 

Versteht mich nicht falsch, von zuhause aus arbeiten zu dürfen, nicht mehr pendeln zu müssen und die flexiblere Gestaltung der eigenen Arbeit sind nur einige der positiven Aspekte vom Homeoffice, die ich zu schätzen gelernt habe. Dieser kleine Artikel ist gerade „jammern“ auf hohem Niveau und schlichtweg zur Unterhaltung da. 

Ein riesengroßes Dankschön geht an dieser Stelle raus an alle Bus- und Bahnfahrer, Hausmeister, an die Kollegen auf Baustellen und in den Leitstellen. Kurzum Danke an alle Mitarbeiter der Stadtwerkewelt und darüber hinaus, die täglich raus müssen, um ihre Arbeit zu verrichten.

Ich kann und darf als Mitarbeiterin der Unternehmenskommunikation meine Arbeit von zu Hause aus erledigen. Doch dies hat eben nicht nur Vorteile. Zum normalen Arbeitsalltag kommen überraschenderweise (Stör)Faktoren hinzu, die man zu Beginn des Homeoffice gar nicht auf dem Schirm hatte. 

Da es sich bei Mowgli um ein besonders verfressendes Exemplar von Katze handelt, ist der Lösungsweg recht einfach. Kurz mit der Katzen-Leckerli-Dose klappern und ich habe meinen Laptop zurückerobert. Leider ist Mogli nicht dumm und er hat schnell gelernt, dass er nicht jedes Mal ein Leckerli bekommt, wenn er sich von meinem Arbeitsmittel erhoben hat. Daher bleibt er trotz des verführerischen “klapper di klapp” der Leckerli-Dose immer häufiger desinteressiert liegen. 

Ich hebe ihn jetzt also regelmäßig vorsichtig und kuschelnd herunter und lege ihn mir gegenüber auf das Sofa. Was für ein Katzenjammer sag ich euch – eine richtige Oper. Was ist eigentlich mit dem Gerücht, dass Katzen 20 Stunden am Tag schlafen? Ich glaube bei meiner Katze ist diese Funktion während meines Homeoffice deaktiviert. 

Die Lösung des Purrblems :)

Natürlich hätte ich den kleinen Fellball auch einfach aus meinem Büro/Wohnzimmer rauswerfen können. Aber das konnte ich einfach nicht übers Herz bringen. Denn er kann ja auch nichts dafür, dass ich jetzt von Zuhause aus arbeite und den Esstisch in einen Schreibtisch umfunktioniert habe. Es musste also eine diplomatische Lösung her. Ich habe also einen Stuhl neben meinen gestellt und nun brezelnt er da still und brav jeden Tag drauf und macht keinen Mux.
Er wollte also einfach nur seinen eigenen “Bürostuhl” in meiner Nähe haben. So einfach kann es gehen und nun kann ich mich voll und ganz auf meine Arbeit konzentrieren und dem beruhigenden Schnurren eines süßen Katers lauschen. Gekuschelt wird nebenbei natürlich trotzdem.

 

Was habt ihr spannendes, amüsantes oder überraschendes während eures Homeoffice erlebt? 

Schreibt es uns gerne unten in die Kommentare.

 

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Wer mehr vom frechen Kater sehen will. Hier geht es zu seinem Instagramaccount.

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