50 Jahre Winzerla: Heimat ab dem ersten Tag

Mit Beginn der 1970er Jahre wurden in unmittelbarer Nähe des alten Dorfes Winzerla die ersten Neubaublocks gebaut. Das Ehepaar Schwennicke gehörte mit zu den ersten, die in die Blöcke zogen, genauer gesagt in den Block 16 in der Hanns-Eisler-Straße. Hier wohnen sie noch heute und plaudern zum Jubiläum vom Neubaugebiet Winzerla aus dem “Nähkästchen”.  

Juuhuu, wir haben eine Wohnung in Winzerla”, erwidert die 78-jährige Elke Schwennicke freudig auf die Frage, was ihr erster Gedanke war, als sie vor knapp 50 Jahren vor dem Neubaublock in Jena Winzerla stand. Ihr Mann Rainer nickt zustimmend und ergänzt: “Die Freude war riesig. Die Wohnung hatte so viel zu bieten. Eine Einbauküche, Warmwasser – aber das allerschönste war die Heizung.” Denn das bedeutete nie wieder Kohle schleppen, um den Ofen anzumachen. 

Das Ehepaar Schwennicke wohnt noch immer in der Hanns-Eisler-Straße in Winzerla. Tochter Dagmar kommt gern zu Besuch.

Das Ehepaar zog damals im Januar 1971 in die Hanns-Eisler-Straße in den Block 16. Die junge Familie vergrößerte sich und aus einem Töchterchen wurden drei.

 “Es war einfach toll. Unsere Nachbarn waren in etwa so alt wie wir und dadurch waren auch alle Kinder im ähnlichen Alter”, erinnert sich Elke Schwennicke. “Wir waren sehr viel draußen und haben gespielt und getobt, es war eine schöne und unbeschwerte Kindheit hier in Winzerla”, sagt die 47-jährige Tochter Dagmar. 

Winzerla hat einfach alles 

Die Kinder wurden größer, so ist der Lauf der Dinge. Und der Platz in der Wohnung wurde kleiner. “Wir wollten nicht woanders hinziehen, aber irgendwann reichte die Wohnung nicht mehr aus,” erklärt Herr Schwennicke. Auch die 78-Jährige erinnert sich. “Unsere älteste Tochter hat immer gesagt, dass sie nicht mal in Ruhe lernen kann. Das war einer der Gründe, weshalb wir uns entschieden haben, nach etwas Größerem zu suchen.  

Die Familie fand ihr neues Heim in der Ernst-Zielinski-Straße in ‘Winzerla. “Für uns war klar, dass wir zwar aus unserem Block ausziehen mussten, in Winzerla wollten wir aber bleiben”, sagt Rainer Schwennicke 

Winzerla hätte ihrer Meinung nach einfach alles, was sie zum Leben brauchten. “Wir wandern viel, gehen aber auch sehr gern in Konzerte”, sagt die 78-Jährige. Winzerla vereine Natur und Kultur perfekt miteinander. “Ich brauche nur hinter unseren Block wandern und bin in wenigen Minuten in der Trießnitz”. Dem gegenüber stehe die Nähe zur Stadt, die man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fast genauso schnell erreiche.  

“Das ist der schönste Block von Winzerla” 

Als die Kinder dann aus dem Haus waren, ließen es sich die Schwennickes nicht nehmen und zogen zurück in die Hanns-Eisler-Straße in “ihren” Block 16. “Nicht in die gleiche Wohnung, aber darum ging es uns ja auch nicht. Wir wollten einfach nur zurück in unseren Block”, erklärt Rainer Schwennicke. 

Als die Kinder aus dem Haus waren, ließen es sich die Schwennickes nicht nehmen und zogen zurück in die Hanns-Eisler-Straße in “ihren” Block 16. “Nicht in die gleiche Wohnung, aber darum ging es uns ja auch nicht.

Und warum? “Na weil das hier der schönste Block von Winzerla ist”, antwortet seine Frau lachend. Man hätte zuallererst einmal einen wunderbaren Blick auf die Stadt. Ein weiterer nicht zu verachtender Vorteil sei, dass in die Hanns-Eisler-Straße eigentlich nur Autofahrer fahren würden, die auch hier lebten. “Wir haben hier keinen Durchgangsverkehr”, sagt Rainer Schwennicke. Das trage neben der Nähe zur Trießnitz für eine angenehme Ruhe und Entschleunigung bei. 

Dieser Aussage stimmt auch Tochter Dagmar Schwennicke zu. “Ich habe selbst bis 2012 in Winzerla gewohnt”.  Sie komme noch immer sehr gerne hier her.” Nicht nur um ihre Eltern zu besuchen, sondern auch um die Ruhe zu genießen und die Luft zu atmen. “Es ist ein befreiendes Gefühl. Ich glaube Winzerla wird irgendwie immer meine Heimat bleiben”, erklärt die 47-Jährige. 

 

Habt ihr auch eine schöne Geschichte mit/über Winzerla?

Oder wollt ihr dem Stadtteil alles gute zum Geburtstag wünschen?

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