Großreparatur sorgt für Heiznetzstillstand

Vom 31. Juli bis zum 4. August 2019 müssen viele Jenaer Fernwärmekunden für fünf Tage auf warmes Wasser und warme Heizungen verzichten. Grund dafür sind umfangreiche Reparaturarbeiten. 

„Unsere zentralen Absperrarmaturen sind undicht und müssen ausgetauscht werden“, berichtet Stephan Kröber und deutet etwa fünf Meter nach oben. Auf einer Leitungsbrücke über unseren Köpfen verläuft die Haupttrasse zur Einspeisung der im TEAG-Heizkraftwerk Jena-Winzerla erzeugten Fernwärme ins Jenaer Netz. Obenauf sind in blau, grün und orange jene Absperrklappen zu erkennen, die nun nach mehr als 40 Betriebsjahren verschlissen sind.

„Gebraucht werden sie eigentlich selten“, fährt der Leiter Instandhaltung/Service fort. „Bei Havarien oder Reparaturen dienen die Klappen dazu, den betroffenen Leitungsabschnitt vom restlichen Netz zu trennen. Im Falle des Falles machen sie also den Unterschied zwischen Totalausfall und eingeschränktem Weiterbetrieb.“

Mitte vergangenen Jahres stellten die TEAG-Techniker fest, dass die Armaturen nicht mehr vollständig schließen. Damals gelang es nur noch mit hohem Aufwand, eine defekte Leitung so zu entleeren, dass an dem betroffenen Rohr geschweißt werden kann. „Seitdem laufen die Planungen für das jetzige Projekt“, berichtet Stephan Kröber. Lange wurde gemeinsam mit den Stadtwerken an den Ablaufplänen gefeilt, das Projekt immer wieder gestrafft, um die Einschränkungen für die Jenaer so gering wie möglich zu gestalten.

„Fünf Tage sind das absolute Minimum für so ein Vorhaben, schneller ist es einfach nicht zu schaffen.“

Stephan Kröber, TEAG

Denn das Vorhaben ist durchaus anspruchsvoll: Gearbeitet wird in luftiger Höhe und auf engstem Raum. Die vier Armaturen liegen dicht an dicht an den Fernwärmeleitungen, was das parallele Auftrennen, Entnehmen, Einsetzen und Verschweißen der fast eine halbe Tonne schweren Bauteile nahezu unmöglich macht – es muss also nacheinander gearbeitet werden.

Rund um die Uhr werden zwei Teams der beauftragten Fachfirma im Einsatz sein. Ein großer Kran hilft beim Einheben der Stahlteile, ein Lichtballon wird auch während der Nachtstunden für Durchblick sorgen, bei Regenwetter wird unter einem Zelt gearbeitet. Ergänzend zum Austausch der defekten Armaturen nutzt die TEAG den Stillstand, um zwei zusätzliche Armaturen zu installieren. Nach der geplanten Erweiterung des Kraftwerkes bringen diese noch mehr Flexibilität und Versorgungssicherheit.
„Alles was wir vorbereitend tun können, wird getan“, betont Kröber. Die neuen Absperrklappen sind bereits angeliefert. Die TEAG-Schlosser erledigen bereits erste Schweißarbeiten. „Diese Klappen sind aus Edelstahl und zusätzlich beschichtet, die halten locker wieder 50 Jahre“, lacht der Experte.

Zahlen und Fakten

  • Unterbrechung der Fernwärmeversorgung vom 31. Juli, 0 Uhr bis einschließlich 4. August
  • Betroffen ist das Südnetz, das rund 40.000 Haushalte in den südlichen Stadtgebieten versorgt (v.a. Winzerla, Burgau, Lobeda)
  • Das Nordnetz wird durch die Wärmeübertragungsstation im Burgauer Weg weiterversorgt
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