Strom weg: Was passiert eigentlich, wenn’s doch mal passiert…?

Wenn wir ganz ehrlich sind: Wirklich OFT ist der Strom ja nun wirklich nicht weg. Aber in unserer durch-technisierten Welt (und da nehme ich mich eindeutig nicht aus), ist es jedes Mal – und sei es auch noch so kurz – schlichtweg die Hölle … :-)

Gerade einmal zwölf Minuten pro Jahr ist – statistisch gesehen – bei jedem von uns auch mal der Strom weg. Ärgerlich, na klar. Und zwar besonders für das Team vom Netzbetrieb Strom der Stadtwerke Jena Netze. Denn die Kolleg*innen tun im Fall des Falles alles, um die Versorgung schnellstens wiederherzustellen. Ich habe mir mal erklären lassen, was passiert, wenn’s passiert …

Rund 2.300 km Kabel und hunderte Anlagen zwischen Kraftwerk und Steckdose

Es ist schon erstaunlich, welche Infrastruktur es braucht, damit in unserem Kühlschrank immer das Licht brennen kann … :-) Über sagenhafte 374 Quadratkilometer erstreckt sich das Netzgebiet der Stadtwerke Jena Netze. Sie betreiben rund 2.300 km Strom- und 540 km Gasleitungen und versorgen damit rund 144.000 Einwohner in Jena und Pößneck, aber auch in angrenzenden Orten wie Hermsdorf oder Bürgel. Hinzu kommen hunderte große und kleine Verteilanlagen, damit der Strom zuverlässig vom Kraftwerk in unsere Steckdose gelangt.

Umspannen, verteilen, umspannen, verteilen – meist klappt das ganz reibungslos

Für die Stadtwerke Jena Netze beginnt die Arbeit am Umspannwerk: Der Strom kommt vom Vorlieferanten mit Hochspannung von bis zu 110.000 Volt an, wird in die innerstädtisch übliche Mittelspannung von 10.000 oder 20.000 Volt umgewandelt und an die Trafohäuschen weiterverteilt. Die wandeln den Strom nochmal um und schicken ihn in dann „steckdosengerechter“ Niederspannung von 400 oder 230 Volt auf die letzten Meter bis zum Hausanschluss.

Meist geschieht das alles so völlig laut- und reibungslos, dass man schon fast vergessen könnte, welch komplexe Technik dahinter steckt. Und für mich als Laien (ich weiß, die Experten rollen da jetzt mit den Augen …) ist es eigentlich schon fast verwunderlich, dass da nicht häufiger was schief geht … :-) Aber zurück zum Thema: Was passiert nun also, wenn’s passiert?

So beheben die Stadtwerke Jena Netze die Stromstörung

  1. Die meisten Störungen bemerkt die Netzleitstelle im Stadtwerke-Haus binnen Sekunden. Meist ruft aber auch direkt ein aufmerksamer, mitunter auch aufgebrachter Bürger an. Seid in solchen Fällen versichert: Meist arbeiten wir längst dran …
  2. Die Leitwarte ist rund um die Uhr besetzt. Die Kolleg*innen haben per Fernüberwachung Zugriff auf viele Netzanlagen und/oder bekommen direkt einen Warnhinweis, sobald sich irgendetwas verändert. Steigt oder fällt die Energieabnahme? Verändert sich die Spannung im Netz? Die Kolleg*innen erkennen das sofort und können reagieren.
  3. Soweit das vom PC möglich ist, grenzt die Leitstelle die Störungsstelle und das Schadensbild schonmal ein. Ziel ist es, die Kollegen vor Ort bei ihre Fehlersuche bestmöglich zu unterstützen. Denn leider ist nicht alles per Leittechnik eindeutig erkennbar und erst recht nicht per Mausklick zu beheben. Das Meiste müssen die Kollegen per Augenschein und mit Tests an betroffenen Anlagen herausfinden.
  4. Die Leitstelle aktiviert meist direkt die Monteure vom Netzbetrieb Strom. Natürlich ist der Bereitschaftsdienst rund um die Uhr besetzt. Für Pößneck und weiter entfernte Netzgebiete gibt es eigene Bereitschaftsstandorte, um erforderliche Aktivierungs- und Anreisezeiten gering zu halten.
  5. Meist kann die Leitstelle den Kollegen „nur“ den betroffenen Leitungsabschnitt nennen: Dort fahren die Monteure auf schnellstem Wege hin und versuchen, durch Kontrolle der Anlage, der Leitungen, des Umfeldes und durch Netzumschaltungen die Fehlerstelle einzugrenzen. Das kann je nach Sachlage sehr schnell gehen, aber auch zur Suche nach der Nadel im Heuhaufen werden…
  6. Ist der Fehler gefunden, geht es an die Wiederversorgung der Kunden: Die hat immer Vorrang vor allem anderen! Sind Leitungen kaputt (etwa weil bei Bauarbeiten ein Bagger hineingehackt hat), kann der betroffene Abschnitt oft von anderen Trafostationen mitversorgt werden. Sind ganze Anlagen ausgefallen (der Klassiker: Marder, Vogel, Maus & Co. verirren sich in ein Schalthaus und verursachen einen Kurzschluss) ist das nicht so leicht möglich. Dann organisiert das Team eine Übergangsversorgung. Drei größere und mehrere kleine Notstromaggregate stehen dafür bereit.
  7. Sind die Kunden wieder versorgt, geht es an die Analyse des Schadens und die Reparatur. Manches können die Kollegen selbst erledigen, für anderes braucht es Fremdfirmen.
  8. Ist alles repariert, werden das betroffene Teilnetz und die Anlagen wieder auf „Normalbetrieb“ umgeschalten.
  9. Geschafft! :-)

Was habt ihr für Erlebnisse mit Stromausfällen gehabt? Ärgerlich sind die immer, na klar. Zu lange dauern sie auch immer, genauso klar. Aber vielleicht gab’s ja auch positive Aspekte …? Schreibt uns! Stellt uns Fragen – wir beantworten sie gern.

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