Proben für den Ernstfall: Rettungsaktion mit Luftkissen

Mindestens einmal im Jahr üben die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Winzerla Personenrettung bei Verkehrsunfällen mit Bus oder Straßenbahn. Diesmal fand diese Übung live im Jenaer Liniennetz statt.

Bei der unter der Straßenbahn liegenden Person handelt es sich „nur“ um einen 70 Kilogramm schweren Dummy.

Ort: Haltestelle Paradiesbahnhof West. Zeit: 19 Uhr. Witterung: Starker Regen bei 5 Grad Celsius.
Ein Unfall mit einer unter der Straßenbahn eingeklemmten Person. Bei der Freiwilligen Feuerwehr in Winzerla schrillen die Alarmglocken. Wenige Minuten später treffen ein Dutzend Einsatzkräfte mit drei ihrer Spezialfahrzeuge an der Haltestelle beim Paradiesbahnhof ein. Der Anblick des Unfallortes lässt ihnen den Atem stocken. Jedoch nur für einen Moment. Bei der unter der Straßenbahn liegenden Person handelt es sich „nur“ um einen 70 Kilogramm schweren Dummy. Die Feuerwehr übt für den Ernstfall!

„Solche Szenen will niemand erleben. Aber wenn, ist es gut, wenn jemand einen Plan hat. Jeder hier weiß genau, was sein Job ist“, sagt Marco Lange, Truppführer und Maschinist bei der Feuerwehr. Er arbeitet hauptberuflich beim Jenaer Nahverkehr und organisiert die regelmäßigen Übungen.

Und so kann man es dann auch in den nächsten zehn Minuten beobachten: Ein Rad greift ins andere. Sofort nachdem die Einsatzkräfte am Unfallort ankamen, folgte eine kurze Lagebesprechung und los ging`s. Scheinwerfer aufstellen, Bereitstellungsraum einrichten, Rettungsaktion starten.

Straßenbahn mit Luftkissen angehoben

Das Besondere: Die Straßenbahn musste zunächst mit Luftkissen angehoben werden, um den Dummy – ohne zusätzliche Verletzungen – zu sichern und unter dem Fahrzeug hervorzuziehen. Um das sachgemäß durchzuführen, ist es notwendig, genau zu wissen, wo sich die Gelenke der ca. 40 Tonnen schweren Bahn befinden und an welcher Stelle das Fahrzeug mit Holzklötzen zusätzlich abgesichert werden muss. Dies nur für den Fall, dass eines der Luftkissen während der Rettungsaktion kaputt geht. Nachdem die Bahn fast 40 Zentimeter über den Gleisen schwebte, konnte der Dummy „gerettet“ und auf der Krankentrage für den Krankentransport fertig befestigt werden. „Alles hat gut geklappt und wir liegen sehr gut in der Zeit“, fasste Marco Lange die Aktion zusammen.

Auch wenn wir hoffen, dass es nie notwendig sein wird, ist es wichtig, dass die Einsatzkräfte auf den Ernstfall vorbereitet sind und genau wissen, was bei einem Unfall mit einer eingeklemmten Person unter dem Fahrzeug zu tun ist. Daher unterstützt der Jenaer Nahverkehr jederzeit die Übungen der Feuerwehren – egal ob auf dem Betriebshof oder wie an diesem Novemberabend sogar im Liniennetz.

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