Elektro-Busse: Was das Dach über den Antrieb verrät

Sie haben sich längst in unsere Herzen gefahren – die drei neuen Elektro-Busse des Jenaer Nahverkehrs. Gründe dafür gibt es viele: Sie sind leise, lassen sich leicht bedienen, haben einen „Blauen Engel“ auf der Hülle kleben – und sehen insgesamt ziemlich gut aus. Wenn sich jemand zu den Elektro-Bussen äußert, dann meist deswegen, weil er sie auf seiner Hauslinie „noch“ vermisst. Ansonsten freuen sich Fahrgäste auf der Linie 15 sowie Fahrerinnen und Fahrer gleichermaßen über diese neue Bus-Generation. Seit Januar 2020 ist diese im Linienverkehr unserer „Lichtstadt“ unterwegs.

Als bekennende „Verpackungskäuferin“ wollte ich es aber doch noch etwas genauer wissen. Was genau ist der Unterschied zwischen einem Dieselbus und einem Elektro-Bus – zunächst rein äußerlich gesehen? Was verrät zum Beispiel allein das Dach über den Antrieb? Um diese Fragen zu beantworten, ging ich gemeinsam mit Falk Hamann, dem Projektleiter für E-Mobilität beim Jenaer Nahverkehr, auf den Betriebshof des Nahverkehrs.

Von einem großen Gerüst aus konnten wir nicht nur unseren Blick über den beeindruckenden Betriebshof schweifen lassen, sondern auch das Dach eines unserer eCitaro genauer unter die Lupe nehmen. Denn: Was von etwas Entfernung wie ein ganz normales Dach aussieht, beherbergt in der Tat eine Anzahl von innovativen E-Bausteinen. An diese haben wir rangezoomt.

Den technisch Interessierten von Euch möchten wir fünf der wichtigsten Bausteine auf dem Dach genauer vorstellen.

1. Dieses komplexe Bauteil heißt Stromabnehmer oder Pantograf. Es ist das Herzstück der E-Busse und zumindest rein optisch das markanteste Kennzeichen. Für den Ladevorgang an einer Schnellladestation hebt sich der Pantograf, dockt an der Ladehaube des Lademasts an und der Ladevorgang startet. Eine Pantografenladestation befindet sich am Westbahnhof und eine auf dem Betriebshof.

2. Das gesamte System der Fahrzeugklimatisierung besteht aus Funktionen und Komponenten, die zur Schaffung von klimatisch angenehmen Bedingungen im Innenraum des Fahrzeuges notwendig sind. Auffallend und gut auf dem Dach zu sehen, ist die Klimaanlage mit Wärmepumpe für den Fahrgastraum.

3. Unter dieser Abdeckung befindet sich der Wechselrichter. Seine Funktion ist es, die Gleichspannung der Batterien in Wechselspannung für die Speisung der Fahrmotoren umzuwandeln.

 

4.  Gut zu erkennen ist an dieser Stelle die leistungsstarke und kompakte Batteriekühlung für unsere E-Busse.

5. Und unter dieser Abdeckung befinden sich schließlich die Batteriepakete.

Soweit die fünf wichtigsten Bauteile, die auf dem Dach der Busse zu finden sind. Gibt es außerdem weitere Details, Themen oder Besonderheiten der Busse,  die Ihr näher erläutert haben wollt? Dann teilt uns das bitte einfach in den Kommentaren mit. 

Hier noch mehr technischen Fakten zu den E-Bussen:

  • Höhe 3,5 Meter (vergleichbarer Dieselbus: 2,85 Meter)
  • Länge 12,1 Meter (vergleichbarer Dieselbus 12 Meter)
  • Breite 2,55 Meter (vergleichbarer Dieselbus 2,55 Meter)
  • max. Antriebsleistung 250 kW (vergleichbarer Dieselbus 235 kW)
  • zulässiges Gesamtgewicht: 18344 kg (vergleichbarer Dieselbus: 18000 kg)
  • Leergewicht: 13924 kg (vergleichbarer Dieselbus: 11450 kg)

CO2-arme Mobilität fördern

Zur Finanzierung des gesamten Elektro-Bus-Vorhabens stellte das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz dem Jenaer Nahverkehr aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) einen Zuschuss in Höhe von 80 Prozent (2,22 Millionen Euro) zur Verfügung. Mit diesem wurde die Anschaffung der drei Elektro-Busse, die Ladeinfrastruktur, die Umrüstung der Werkstätten sowie die Qualifikation der Mitarbeiter realisiert. Jährlich werden durch den Einsatz der drei E-Busse rund 200 Tonnen CO2 eingespart.

Partner im Netzwerk „Elektromobilität für Jena 2030“ sein

Der Jenaer Nahverkehr ist ein Unternehmen der Stadtwerke Jena und Partner im kommunalen Netzwerk „Elektromobilität für Jena 2030“. Ziel des Projektes ist es, gemeinsam mit weiteren Partnern Elektromobilität in Jena voranzutreiben. Die Stadtwerke Jena verantworten seit 2017 die Projektsteuerung und koordinieren die Projektgruppe. Diese bringt Entscheider aus Politik und Verwaltung, aus Wirtschaft und Forschung, von Stadtwerke-Unternehmen, Wohnungsgesellschaften und städtischen Eigenbetrieben an einen Tisch. Gemeinsames Ziel: Die Voraussetzungen schaffen, damit im Jahr 2030 mindestens 10.000 Elektroautos durch Jena rollen können. Sieben Teilprojekte bearbeiten unterschiedliche Aspekte dieses Themas. Weitere Infos: https://www.stadtwerke-jena-gruppe.de/

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