Ein Jahr mit dem Elektroauto: Unsere 7 wichtigsten Erkenntnisse und Tipps

„WAS? Ihr fahrt ein Elektroauto?“ So oder so ähnlich klingt das meist ungläubige Entsetzen, wenn wir im Freundes- oder Kollegenkreis über Autos reden. Und ja: Es ist ein vollelektrisches. Und nein: Wir bereuen es nicht. Im Gegenteil: Wenn man die ersten Hürden (die es tatsächlich gibt) genommen hat, ist es meistens ein Vergnügen. Hier lest Ihr, was wir in einem Jahr über das Fahren mit Strom gelernt haben.

Wir sind eine reiselustige und mit verschiedentlichen Outdoor-Hobbys gesegnete Vater-Mutter-Kind-Kleinfamilie. Und tatsächlich interessieren wir uns schon lange für das Thema E-Mobilität, haben uns aber erst im Sommer 2020 endlich für unser eigenes Elektroauto entschieden. Dass das so lange gedauert hat, lag einerseits am Geld: Einen Tesla (so schick und intuitiv fahrbar der auch ist) können und wollten wir uns nicht leisten. Zumal die damals einzig verfügbare Luxus-Limousine Model S nicht unserer Kragenweite entsprach.

Für uns ist ein Auto ein Transportmittel, kein Prestigeobjekt. Wir fahren innerstädtisch kaum Auto, eher Fahrrad oder Bus & Bahn. Unsere Touren führen uns aus der Stadt raus: Zur Familie, zu Freunden, für unsere Hobbys und auf Reisen. Und tatsächlich fehlten lange Zeit die passenden E-Automodelle für solche Menschen wie uns: Viel unterwegs und das mit viel Gepäck. Letztlich fanden wir bei Kia einen vollelektrischen so genannten Kompakt-SUV mit einem guten Kofferraum und einer Dachreling für zusätzliches Gepäck; bei E-Autos keineswegs selbstverständlich. Damit kommen wir ganz gut klar. Allerdings fielen wegen Corona bisher auch alle Ski-Urlaube und längeren Campingausflüge aus. Inzwischen ist der E-Automarkt gewachsen, die Modellpalette breiter geworden. Aber Familien als E-Auto-Kunden scheinen die Hersteller immer noch nicht so ganz auf dem Schirm zu haben. Kommt hoffentlich noch.

Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit unserer leisen, sauberen, (irgendwie immer noch) exotischen und ziemlich entschleunigten Art der Mobilität. „Guck mal Mama, wieder ein Stinkeauto“ ruft mein fünfjähriger Sohn ganz gerne auf Parkplätzen. Vielleicht können wir mit unseren Erfahrungen dazu beitragen, dass er bald weniger oft Anlass dazu hat…

1. Wenn schon, denn schon: Hybrid ist keine Option

Bei der Autosuche stand für uns von Anfang an fest: Wenn schon, denn schon. Ein Hybrid-Fahrzeug, das Verbrennungs- und Elektromotor kombiniert, kam für uns nie in Frage. Und das aus mehreren Gründen: Neben dem Elektromotor und einem (Mini-)Akku auch noch einen Verbrennungsmotor, ein Getriebe und einen Tank herumzukutschieren, erschien uns sinnlos. Zumal dieses „Doppelgleisige“ der Hybriden die Autos groß und schwer und technisch komplizierter macht. Zwei große Vorteile von E-Autos sind damit auch hinfällig: Der deutlich geringere Wartungsaufwand und dass es kaum teure Verschleißteile gibt. Für Durchsicht, Ölwechsel, Abgastest und Bremsentausch am Verbrenner fährt man dann trotzdem noch dauernd in die Werkstatt.

Auch haben die meisten Hybride eine sehr geringe elektrische Reichweite. Spätestens nach 40 bis 60 km schalten sie auf Verbrenner um. Das reicht (elektrisch) nur dem, der kurze Strecken fährt und/oder jeweils an Start und Ziel laden kann. Klar, ein Berufspendler aus dem SHK könnte mit seinem Hybrid vollelektrisch unterwegs sein, wenn er jede Nacht in aller Ruhe zuhause an der eigenen Wallbox lädt. Doch wir haben eine Mietwohnung und laden öffentlich. Zumal Hybridautos auch deutlich langsamer laden als „normale“ E-Autos. Bei unserem Fahrverhalten wären wir fast nur Verbrenner gefahren oder hätten unsere Zeit mit stundenlangem Laden für nur wenige Kilometer Reichweite verplempert.

2. Wer ehrlich zu sich ist, für den ist die Reichweite meist kein Problem

„Und wie weit kommt ihr mit eurem Auto so?“ – „Um die 400 km, je nachdem, ob wir Stadt oder Autobahn, schnell oder langsamer fahren.“ – „Das ist ja schon wieder Mist. Da komme ich ja nicht mal bis an die Ostsee.“ Stimmt. Bis an die Ostsee kommen wir mit einer Akkuladung tatsächlich nicht. Öfter als einmal im Jahr sind wir dort aber auch nicht. Und wenn, dann haben wir Urlaub. Und ein kleines Kind an Bord. Also nutzen wir die obligatorischen „Einen Kaffee für Mama, einmal Pullern mit dem Kind“-Pausen zum Laden. Das ist an Autobahnraststätten in Deutschland, und erst recht im Ausland, gar kein Problem. Dazu aber später mehr.

Tatsächlich bin ich überzeugt, dass die inzwischen üblichen Reichweiten von E-Autos für die große Mehrheit der Menschen kein Problem mehr darstellen dürften – Ausnahmen gibt es natürlich immer und die sollen damit auch nicht vom Tisch gewischt werden. Ironischerweise sind gerade in ländlichen Regionen die Vorbehalte am größten. Obwohl die Menschen dort oft eigene Häuser haben und damit die Möglichkeit, bequem und günstig nachts zu laden und jeden Morgen mit einem vollen Akku und kompletter Reichweite zu starten. Wir stellen in Gesprächen immer wieder fest, dass es da eher psychologische Hürden gibt: Da nimmt mir jemand meine Freiheit weg, am Stück bis an die Ostsee durch zu düsen. Wer das braucht (und durchhält), für den ist das E-Auto wohl wirklich (noch?) nichts.

Wir haben uns vor der Entscheidung fürs Fahren mit Strom jedenfalls eine Weile beobachtet und uns ehrlich hinterfragt: Wie viele Kilometer fahren wir tatsächlich? Täglich? In der Woche? Maximal am Stück? Und wenn: Wie häufig fahren wir diese maximale Distanz am Stück? Auch haben wir diese Zeit genutzt (ein wenig umweltbewegt sind wir ja doch), um unsere Mobilität generell zu hinterfragen: Welche Wege fahren wir nur aus Bequemlichkeit mit dem Auto? Wo kommen Bus und Bahn und Rad noch öfter als bisher in Betracht? Erkenntnisreicher Prozess. Auch wenn wir an unserem tatsächlichen Verhalten ehrlicherweise wenig geändert haben.

Aktuell laden wir im Schnitt alle ein bis zwei Wochen. Wenn wir am Wochenende weiter weg fahren, laden wir evtl. unterwegs nochmal an einem Schnelllader oder in Ruhe direkt an unserem Zielort. Wir fahren bislang gut damit.

3. Crashkurs Laden (I): An die Technik muss Frau sich erstmal gewöhnen

Für mich als Frau war das Thema „Laden“ und alles was dazugehört tatsächlich die größte Hürde. Inzwischen komme ich klar. Mädels, die ihr das vielleicht lest, gebt euch Zeit. Man muss nicht alles verstehen oder gut finden. Aber wenn wir auch allein unterwegs sein wollen, müssen wir da durch.

Deshalb hier der Crashkurs Technik: Zunächst einmal. Zum Laden bringt man (meistens) sein eigenes Kabel mit. Ausnahmen sind die Schnellladesäulen sowie die Ladesäulen von Tesla – da sind die Kabel schon dran. Du fährst an die Säule ran (vorwärts oder rückwärts, je nachdem, wo dein Anschluss ist) und holst dein Kabel aus dem Kofferraum. Bei uns ist das ein recht schweres, starres, etwa 3 Meter langes leuchtendblaues Kabel, es gibt aber auch andere Varianten. Das eine Ende des Kabels steckst du schonmal ans Auto. Dann hältst du deine Ladekarte an die Säule und wenn’s grün leuchtet, irgendwie blinkt, ein Smiley erscheint oder was auch immer, dann steckst du das andere Ende des Kabels in die Säule und los geht’s.

Zum Rausziehen brauchst du wieder deine Ladekarte und trotzdem geht es manchmal nur mit Ruckeln und heftigem Ziehen. Nichts für zarte Seelen. Selten was für lange, manikürte Fingernägel. Immerhin stinkt nichts nach Benzin. Was ziemlich nervt: Die Säulen sind selten überdacht, selten beleuchtet. Du stehst im Dunklen, im Regen, im Schnee, im Wind. Dein Kabel wird nass und dreckig und muss dann so triefend, wie es ist, wieder in den Kofferraum. Da gibt’s noch einiges zu tun…

Grundsätzlich gibt es drei Typen von Steckern, mit denen man (Frau) sein E-Auto laden kann. Welche das eigene Auto unterstützt, muss man sich einfach merken. Bei der Auswahl der Ladesäule in deiner App siehst du, welche Stecker unterstützt werden. Du siehst auch, wie viele Ladepunkte gerade frei sind. Leider siehst du nicht, welcher Stecker gerade in Benutzung ist. Auch da gibt’s noch einiges zu tun.

Zurück zur Technik: Der sogenannte Typ 2-Stecker ist der bei Weitem verbreitetste, den hat unser Auto auch. Ihn nutzt du zum normalen, eher „langsamen“ Laden an den (z.B. Stadtwerke-)Ladesäulen, wie es sie an Straßen und auf Parkplätzen gibt. Zum Schnellladen an den Autobahnen oder (inzwischen neu) am Stadtwerke-Haus braucht dein Auto einen CCS-Anschluss: Der dafür nötige Stecker ist an der Säule schon dran – Karte dranhalten, Stecker ins Auto, los geht’s.

Weniger häufig in Autos verbaut, fast schon eine Exot, ist das Steckersystem CHAdeMO, eine Erfindung asiatischer Autohersteller. Er wird an vielen Ladesäulen neben den Typ 2-Steckern auch noch unterstützt, wir haben aber noch niemanden damit laden sehen. Irgendwie schade um die meist ungenutzten Anschlüsse an den vielleicht bald gefragteren Säulen…

Das Laden über die normale Haushaltssteckdose haben wir übrigens noch nie ausprobiert. Ein Kabel und ein Anschluss für die normale Schuko-Steckdose ist in allen Autos jedenfalls standardmäßig drin. Für Notfälle. Quasi wie ein Benzinkanister. Im Zweifel bleibt einem das also immer, sofern man nicht in der Einöde ohne Stromversorgung unterwegs ist. Dauert halt.

4. Crashkurs Laden (II): Der Sparfuchs wohnt im Kartendschungel

Noch so eine Besonderheit beim Elektroauto-Fahren: Die Ladekarte. Ihr kennt das: Beim Benzintanken schwankt der Preis ständig und ihr entscheidet euch je nachdem immer wieder neu für eine Tanke. Anders in der E-Mobilität: Hier entscheidet ihr euch einmal und irgendwie auch dauerhaft für einen Ladekartenanbieter. Dafür ladet ihr dann mit dessen Karte an allen Säulen, die dieser Anbieter unterstützt, immer zu denselben Preisen und Bedingungen. Unserer Erfahrung nach unterstützen sich die größten Anbieter jeweils gegenseitig, so dass man eigentlich mit jeder Karte nahezu überall laden kann.

Die E-Autos zeigen alle auf ihren großen integrierten Displays auch an, wo’s zur nächsten Ladestation geht. Zusätzlich liefert jeder Ladekartenanbieter seine eigene App zur „Säulensuche“ mit: Angezeigt wird jeweils die Ladeleistung der Säule, die unterstützten Anschlüsse, die aktuelle Verfügbarkeit und der zu zahlende Preis. Leider zeigt die App oft nur die „eigenen“ und die „unterstützten“ Säulen an. Für kostenlose Säulen (die es erstaunlich häufig gibt) braucht ihr wieder eine andere App. Und für die nicht unterstützten Säulen anderer Anbieter evtl. wieder eine andere.

Unsere Meinung dazu schwankt zwischen intransparent und praktisch. Zumindest die ständige Schielerei auf die Preistafel der Tankstelle hat ein Ende. Was es kostet, das kostet es, egal wo und wann. In den Preisen und Bedingungen der Ladekarten kann man sich allerdings verlieren: Es gibt Anbieter mit monatlicher Grundgebühr, mit Startpreis pro Ladevorgang, mit kWh-genauer Abrechnung, mit Flatrate, mit Blockiergebühr bei längerer Standzeit. Grundsätzlich ist Normalladen günstiger als Schnellladen; aber die Preisdifferenz schwankt erheblich. Und natürlich gibt es all diese Tarifmodelle auch noch in den wildesten Kombinationen.

Inzwischen haben wir es aufgegeben, da durchblicken und noch ein paar Cent sparen zu wollen. Trotzdem haben wir drei Ladekarten im Einsatz: Für „jeden Tag“ die Stadtwerke-Ladekarte, die an den Verbund Ladenetz.de angeschlossen ist und europaweit rund 40.000 Ladepunkte abdecken soll. Für „zwischendurch“ zusätzlich eine Karte mit recht günstigen kWh-Preisen, bei der nach 4 Stunden Standzeit aber eine ziemlich happige Blockiergebühr fällig wird. Und für unterwegs haben wir noch eine Karte , bei der das Schnellladen besonders günstig ist.

5. Crashkurs Laden (III): Ja, wo laden Sie denn?

„Ich will mir zum Auto doch nicht die Tankstelle kaufen müssen…!“ Noch so ein Argument, das uns immer wieder entgegen gehalten wird. Müssen muss man ja nicht. Man kann aber. Und vieles praktischer macht die eigene Stromtanke schon. Zumal der Staat das Ganze derzeit sehr großzügig fördert. Wer also ein eigenes Grundstück, eine Garage, ein Carport oder eine freie Hauswand hat, kann sich seine eigene Ladestation (Wallbox) bauen lassen und ist einen Großteil seiner Reichweiten- und Ladesorgen los.

Wir sind Mieter und können das (derzeit noch) nicht. Aber wir kommen auch so klar. Wir haben das große Glück, unweit unserer Wohnung eine öffentliche Ladesäule zu haben. Die nutzen wir meist abends oder wenn wir im Homeoffice arbeiten auch mal tagsüber. Alle ein bis zwei Wochen ist das für uns kein Problem. Mit 11 kW Leistung ist das eine übliche, eher langsam ladende Säule. Wenn das Auto fast leer ist und wieder komplett voll werden soll, dauert das knapp fünf Stunden. Die verbringen wir dann in unserer Wohnung und parken das Auto später wieder um. Wenn wir ganz egoistisch drauf sind, lassen wir es auch mal die ganze Nacht dran… ;-) Mit Andrang an der Säule haben wir selten zu kämpfen. Es kommt aber schon vor, dass wir von den vier verfügbaren Anschlüssen den letzten ergattern.

Grundsätzlich nutzen wir alle Möglichkeiten dort zu laden, wo unser Auto ohnehin rumsteht. Inzwischen überraschen uns viele Ausflugsziele, Touristenregionen, Wanderparkplätze, Dorfanger, Bootsanlegestellen, Museen, Zoos, Freizeitbäder, Hotels und Restaurants mit Lademöglichkeiten auf ihren Kundenparkplätzen. Die nutzen wir gern. Man hat gleich einen Parkplatz und spart sich das feierabendliche Hin- und Herfahren zur öffentlichen Säule.

Häufig ist das Laden an solchen halböffentlichen Plätzen derzeit sogar (noch) kostenlos. Überlaufen ist es nie. Auf Rügen haben wir auf der völlig einsamen Halbinsel Ummanz einen kostenlosen Schnelllader entdeckt. An der Ostsee und im Thüringer Wald haben wir beim Discounter Lidl kostenlos Schnellladen können. Klar, dass das Kalkül aufging: Zumindest mal reingeschaut haben wir in den Supermarkt. Das kann und wird aus unserer Sicht noch zunehmen (müssen).

6. Elektroauto im Winter: Probleme da, wo das Auto nix dafür kann

Wie um unseren vollelektrischen Erfahrungshorizont komplett zu machen, hat uns Petrus in diesem Jahr ja sogar mit einem richtigen Winter gesegnet… ;-) Und um es vorweg zu nehmen: Ja, wir hatten die Heizung auf volle Pulle. Nein, wir sind nie liegengeblieben.

Natürlich merken wir, dass zweistellige Minustemperaturen zu Lasten unserer Akkuleistung gehen. Bei uns hat das 10%, 15%, vielleicht auch mal 20% ausgemacht – das wären bei 400 km Reichweite dann zwischen 40 und 80 km „Winterabzug“. Bestimmt braucht auch ein Benziner im Winter mehr Sprit.

Aber Reichweite ist ja auch immer eine Prognose auf das eigene Fahrverhalten und von so vielen Faktoren abhängig, dass wird das gar nicht so richtig sagen können. Vielleicht hat sich hier ausgezahlt, dass unsere Heizung auf Basis einer Wärmepumpe arbeitet und nicht allein aus dem Akku gespeist wird. Kurzum: Wir haben es immer warmen Fußes zum Wintersport in den Thüringer Wald geschafft und nach einem Tag im Schnee auch ohne Angstschweiß wieder heim.

Probleme hat uns eher die Rücksichtslosigkeit und Kurzsichtigkeit mancher Zeitgenossen gemacht. Nicht selten spart der Winterdienst die Ladesäulen von der Beräumung aus oder lädt den anfallenden Schnee direkt davor ab. Ist die Säule dann doch geräumt, fühlt sich so mancher Verbrenner eingeladen, dort zu parken. Auf so eine Idee käme an einer Zapfsäule keiner… Und dass sich Polizei und Ordnungsamt für Ladesäulen nicht verantwortlich fühlen, hilft auch nicht gerade.

7. Warum in die Ferne schweifen? Weil’s so entspannt ist…

Eine tatsächlich größere Veränderung hat unser Fahren mit Strom bei unseren Urlaubsreisen ausgelöst. Wie schon geschildert, schaffen wir es selten „in einem Rutsch“ bis zu unserem Zielort. Anfangs haben wir uns einfach so verhalten wie immer: Spätestens alle zweieinhalb Stunden eine Puller- und Kaffeepause an der Autobahn; nun aber genutzt für etwa eine halbe Stunde Schnellladen, damit wir wieder 250 km weiter kommen. Das Ganze je nach Streckenlänge auch mehrmals. Ging.

Inzwischen gehen wir das Thema total entschleunigt an und fahren für unsere (Lade-)Pausen von der Autobahn ab, suchen uns ein schönes Ausflugsziel oder eine Gaststätte in der Nähe und laden dort in aller Ruhe auf dem Besucherparkplatz. Überraschend oft gibt es im Umfeld unserer Pausenziele bereits Ladeinfrastruktur, manchmal sogar kostenlos. So haben wir schon am Anreisetag gemeinsam etwas unternommen, erlebt und gesehen. Urlaub von Anfang an, sozusagen.

Natürlich erfordert das etwas mehr an Vorausplanung. Dafür nutzen wir verschiedentliche Apps zum Finden kostenloser Lademöglichkeiten oder zur Routenplanung. Inzwischen gibt es bereits Apps, die deine Reise auf Basis der benötigten Ladezyklen planen und die passende Ladesäule gleich mit vorschlagen. Leider hilft GoogleMaps da nur begrenzt weiter: Nicht alle Ladesäulen sind dort eingetragen und wenn, dann unter den seltsamsten Begriffen. Hier tut eine Vereinheitlichung dringend Not, aber auch das wird sicher bald kommen. Ergänzend suche ich online noch nach den passenden Ausflugszielen, Kinder-Highlights und Sehenswürdigkeiten in der jeweiligen Region und gleiche die Standorte mit unserer Ladekarten-App ab. Klingt wild, ist es manchmal auch. Aber unsere „ersten und letzten Urlaubstage“, die sonst von Autobahnen und Autobahnraststätten geprägt waren, hat das unheimlich aufgewertet.

Das Wichtigste zum Schluss: E-Autofahren macht Spaß!

Das Wichtigste hätte ich ja fast vergessen: Probiert’s mal aus – elektrisch zu fahren ist einfach schön. Und es macht unheimlich Spaß. Klar, an die Automatik muss man sich erstmal gewöhnen. Auch an den vielen technischen Schnickschnack. Aber dann… Diese ruckelfreie Beschleunigung. Ich kann meine Hände ganz entspannt am Lenkrad lassen und mich voll auf den Verkehr konzentrieren. Nichts stinkt, nichts dröhnt. Im Winter qualmt und dampft und tropft nichts. Im Innenstadt-Berufsverkehr oder im Stop-and-Go auf der Autobahn fahre ich teilweise autonom und spare sogar noch Energie dabei. Bergauf beschleunige ich wie eine eins. Bergab lasse ich rollen und gewinne Batterieladung zurück. Alles ist irgendwie einfacher, entspannter.

Und natürlich: Diese Ruhe im Auto. Dieses leise vor sich hin Rollen – zumindest im Stadt- oder Überlandverkehr. Auf der Autobahn dringen Fahrtwind und Rollgeräusche dann doch ins Ohr. Aber es reicht immer noch, für ein mittelkomplexes Hörbuch. Oder um sich mit dem Kind auf der Rückbank in normaler Lautstärke angeregt zu unterhalten. Herrlich.

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